“Es war richtig gut, sich persönlich mit unseren europäischen Zulieferern zu treffen. Wir haben so die Möglichkeit, diese Beziehungen weiterzuentwickeln und so unsere Geschäfte zu verbessern.” Andrew Morrison, technischer Einkäufer, Red Bull Technology, Großbritannien
“Wir treffen hier auf viele Leute, und man findet alle unter einem Dach. Ich denke, dass dies die beste und auch die wichtigste Messe für unserer Branche ist.” Vic Locke, Einkäufer für V8 & KERS-Projekte, Mercedes AMG High Performance Powertrains
Ein Nextel Cup Rennwagen hat so gut wie nichts mit der mittelgroßen Limousine Nissan Altima zu tun, aber genau in diesem PKW wurde der IMPAXX Styrolschaum von Dow Automotive – eine Schaumlösung zur Energieabsorption - zum ersten Mal in einem Straßenfahrzeug eingesetzt. Das auf Styropor basierende Material wird in Form einer Platte an jeder Seite des Rohrrahmens des Car of Tomorrow befestigt. Mittlerweile hat IMPAXX eine eigene NASCAR Teilenummer und wird an jedes C up-Team verkauft.
IMPAXX ist ein hochentwickelter Thermoplast-Schaum, der bei einem Aufprall, Zusammenprall oder Einbeulung die Energie absorbiert, und bei diesem Energieabsorbierungs-Prozess kontrolliert bricht.
Für Rennfahrer David Reutimann sorgt IMPAXX Schaum für eine deutlich erhöhte Sicherheit bei der NASCAR. „Auf dem Talladega Super Speedway wurde der Burger King Toyota Camry von einem Fahrzeug an der Fahrertür getroffen und unser Wagen prallte dann gegen eine Mauer,“ erzählte Reutimann. „Das geschah alles zur gleichen Zeit, es war wie ein doppelter Aufprall. Der Aufprall war so hart, dass ich dachte, wir könnten nicht weiterfahren. Aber es war erstaunlich, wie dieser Schaum das alles abfing und dass es mir nach dem Unfall absolut gut ging.“
IMPAXX wurde in jedem Car of Tomorrow, das 2007 an Rennen teilnahm, eingebaut – insgesamt bei 16 Nextel Cups Rennen. Die CoT werden 2008 alle 36 Rennen fahren. Dow hat es noch nicht ausgeschlossen, IMPAXX für weitere Rennserien in der Zukunft bereitzustellen, wie z. B. Formel 1 oder WRC, falls es die Bestimmungen erlauben.
Nominierungen
• Dow Automotive – IMPAXX foam
• FIA Institute – Medical Faculty
• Leatt Brace – MOTO R
• Molecule Labs – Protector
Gewinner: KD-RIG – Accelerating Developments International
Accelerating Developments International (ADI) hat seinen Sitz nur ein paar Kilometer außerhalb von Charlotte, North Carolina, USA. Dort wurde die KD-RIG entwickelt – eine halbdynamische Testvorrichtung für Rennteams und Automobil hersteller, mit der die Aufhängung und das Fahrwerk überprüft werden. Einmalig ist der Einsatz realistischer Renndaten, mit deren Hilfe die Kurven und Fahrbahnoberflächen der einzelnen Rennstrecken originalgetreu nachgestellt werden können.
Als Vorlage für die Entwicklung des KD-RIG diente das frühere, unter NASCAR-Teams belie bte K-RIG-System. Bei dem neuen KD-RIG wurde das Hydrauliksystem des Vorgängers durch Servos für noch präziserer Bewegungskontrolle und geringeren Wartungskosten ersetzt. Außerdem wurde die Bandbreite von Diagnoseszenarien erheblich erweitert. Mit diesem System lassen sich bis zu acht Mal schnellere Bewegungen nachstellen, und ist mit einer schnellen Datenerfassung zur optimalen Erfassung der Fahrzeugeigenschaften, wie z. B. Eigenlenkung und Raddruck, verbunden.
KD-RIGs modernes Modul-System kann auf jede Spurbreite und jedem Radstand an gepaßt werden, und die Software läßt sich auf die unterschiedlichen Kundenansprüche zuschneiden. Das einzigartige mehrachsige Design des Tower Systems bietet große Vorteile in Radbewegung und Vertikalbelastung. Das patentierte Naben-Anschluss-System übertrifft konventionelle kinematische Testsysteme und soll so ein neuer Standard an Datengenauigkeit zur Prüfung des Fahrwerks und der Aufhängung werden.
Nominierungen
• Accelerating Developments International – KD-RIG
• MTS Systems Corp – T-rig
• PCB Piezotronics – DC response accelerometers
• Roehrig Engineering – Advanced Spring Rater-40D10
Die spektakuläre Spa-Francorchamps Rundstrecke kehrte 2007 nach wesentlichen Veränderungen, wie dem Ausbau der Boxengasse und Veränderung der Rennstrecke, wieder in den Formel 1–Rennkalender zurück.
Damit die neuen Boxen auf optimale Weise in die vorhandene Boxenanlage integriert werden konnten, musste das hintere Fahrerlager zur Schikane hin mit Hilfe einer riesigen Plattform ausgeweitet werden. Dafür mussten 400 Pfeiler auf einer Gesamtlänge von 10 km aufgestellt werden. Des Weiteren wurde gegenüber der neuen Boxenanlage eine Haupttribüne mit 4000 Sitzplätzen errichtet.
Die ‘Bus Stop Schikane’ wurde vollständig verändert, mit dem Ergebnis einer geraden Startaufstellung. Außerdem wurden bessere Auslaufzonen am Anfang und Ende dieser Schikane, bei den Kurven-Ein und Ausgängen (La Source und Post 21) hinzugefügt.
Der gesamte Aushub wurde vor Ort für den Bau von Böschungen wiederverwendet. Weiterhin wurde der Abrissschutt in dem Recycling-Center auf dem Parkplatz in Ster-Francorchamps zerkleinert und ausgesiebt, und anschließend bei den Bauarbeiten mit verwertet.
Die geschlossenen Coupé LMP1 Fahrzeuge werden bei dem Le Mans Rennen 2010 die offenen LMP1 Sportwagen-Prototypen ersetzen. Doch ein Hersteller war schon 2007 ganz vorne mit dabei: Peugeots neuer, dieselbetriebener 908 HDi FAP fuhr bei dem klassischen 24-Stunden-Rennen den zweiten Platz ein. Er hat bisher außerdem jeden Einsatz der Le Mans Serie 2007 gewonnen.
Da Audi die Messlatte für Langstreckenrennen in den letzten Jahren sehr hoch angelegt hat, musste Peugeot einen neuen Ansatz finden, um am Ball zu bleiben. Daher wandte sich Peugeot an seinen Reifenlieferanten Michelin, um das Design des 908 zu verbessern.
Peugeot war sich bewusst, dass es keine Rolle spielte, das Auto zu verändern, damit es schneller fährt. Der Schlüssel zum Erfolg lag in der Verbesserung der Reifen. Deshalb wurde Michelin von Anfang an in den grundlegenden Entscheidungen, wie statische und dynamische Gewichtsverteilung, mit einbezogen.
Bruno Famin, technischer Direktor bei Peugeot Sport: „Wir trafen uns regelmäßig mit Michelin und sie gaben uns ihre Meinungen zu unseren Vorschlägen. Als Teil dieses Austausches wurde der 908 auch auf den gut ausgestatteten Werkbänken bei Michelin gemessen und typisiert. Alles an diesem Wagen wurde gemessen – die Schwerpunkthöhe, die Torsionssteifigkeit... Auf Grundlage der Messergebnisse verbesserten wir einige Punkte des Aufbaus, z. B. die Gewichtsverteilung vorne und hinten am Fahrzeug, um das volle Potenzial der Reifen auszunutzen.
Nominierungen
• Ford/M-Sport – Ford Focus RS WRC 07
• McLaren F1 – MP4-22
• Peugeot Sport – 908 HDi FAP
• ZF Sachs Race Engineering – Group N rally suspension
Motorinnovation des jahres
Flybrid/Xtrac/Torotrak - KERS (Rückgewinnungssystem für kinetische Energie)
Gewinner: Kinetic Energy Recovery System - Flybrid/Xtrac/Torotrak
Das Rückgewinnungssystem für kinetische Energie (KERS) wird voraussichtlich 2009 den Einzug in die Formel 1 halten, weil die Arbeiten an den Hybridmotoren auf Hochtouren laufen. Das erste dieser Systeme ist das schwungsradbasierte KERS von Silverstone, Flybrid Systems LLP in Großbritannien. Das Unternehmen wurde von den Partner Jon Hilton und Doug Cross, ehemalige Führungskräfte bei Renaults Formel 1 Engine Division, zur Entwicklung dieses Systems gegründet.
Diese bahnbrechende Technologie wurde in weniger als 12 Monaten entwickelt und beruht nicht, wie die aktuellen Hybrid-Autos, z. B. der Toyota Prius, auf Batterie und Elektromotor, sondern ist ein Schwungrad-basiertes System, das die Bremsenergie kurzzeitig speichert und die Energie dann wieder freigibt, wenn der Fahrer beschleunigt. Das Schwungrad ist an das normale Getriebe durch ein Continuously Variable Transmission CVT (kontinuierlich variables Getriebe) gekoppelt –produziert von Xtrac nach einer Torotrak Entwicklung.
Nach dem Patentieren der innovativen Problemlösungen, z. B. wie man das Vakuum in der Schwungrad-Kammer hält, wie man ein Schwungrad sicher einbaut, das sich mit 60.000 U/min dreht, und dazu monatelanger Subsystem- und Sicherheitstests, wurde ein komplettes KERS kurz nach der Professional MotorSport World Expo 2007 erstmals auf die Probe gestellt.
Die Erbauer hoffen, dass das System auch beim Einbau in normale Autos und Bussen von Erfolg geprägt sein wird. „Wir stehen in engen Verhandlungen mit mehreren Unternehmen und es sieht gut aus,“ berichtet Jon Hilton. „Wir haben Simulationen durchgeführt, wie viel Kraftstoff man sparen kann und das ist eine überwältigende Menge. Wir sehen auch keinen Grund dafür, warum dieses System nicht wesentlich billiger sein sollte als eine Hybridantrieblösung für normales Auto.“
Nominierungen
• Toyota – Supra Hybrid endurance racer
• Flybrid/Torotrak/Xtrac – Kinetic Energy Recovery System
• Porsche Motorsport – RS Spyder V8
• SEAT Sport – León WTCC diesel
Als technischer Direktor des BP Ford World Rallye Teams hatteLoriaux die Verantwortung für die erfolgreichsten World Rally Cars 2007: dem Ford Focus RS WRC 07 und seinem ähnlichen Vorgänger, dem Ford Focus RS WR 06.
Loriaux kam im Dezember 2001 ins Team. Der erfahrende Belgier leitet die 15-köpfige Technikerabteilung, die für die Entwicklung der Focus RS World Rally Cars beim M-Sport in Cockermouth, Großbritannien, verantwortlich war.
Als Designingenieur bei Prodrive in Banbury, England, begann 1991 Loriauxs Motorsport-Karriere. 1998 wurde er dort zum Chefdesigningenieur befördert und war für die Entwicklung des Subaru Impreza WRC zuständig, mit dem der verstorbene Richard Burns 2001 den Weltmeistertitel einfuhr. Seine Entscheidung, zu Ford zu wechseln, wurde als Hauptgewinn für den Rennstall betrachtet. Sein erstes Auto für das Team war der revolutionäre und hochgepriesene 2003 Focus RS WRC.
Nominierungen
• Christian Loriaux – Ford/M-Sport
• Simon Marshall – Élan Motorsports Technologies
• Steve Peterson – NASCAR Research & Development Center
• Mike Gascoyne – Spyker F1
Während einige benzinbetriebene Sportwagen-Prototypen Schwierigkeiten hatten, mit den LMP1 Audis in der amerikanischen Le Mans Serie mitzuhalten, setzte der Rennstall des legendären Teambesitzers Roger Penske LMP2 Porsche RS Spyders ein, die in der Spitzengruppe mitfuhren – und auch gewannen.
Alles begann 1958, als Penske sein erstes offizielles Rennen für den Sports Car Club of America (SCCA) National bei dem Marlboro Motor Raceway in Maryland, USA, fuhr. An zweiter Stelle liegendüberhitzte sich sein Wagen, aber mit einem F-modifizierten Porsche RS fuhr er 1959 in Lime Rock schließlich den Sieg ein. Dieses Markenemblem tauchte 2005 wieder auf, als das Team Penske Racing zum ersten Mal mit einem RS Spyder das Rennen bei der American Le Mans Serie (ALMS) fuhr.
Penske Racing und das Team Penske wurde 1966 gegründet, nachdem Penske seinen Rücktritt als Fahrer verkündet und ein Chevrolet Autohaus in Philadelphia, USA, erworben hatte. Im zweiten Rennjahr gewann Penske Racing die United States Road Racing Championship (USRRC) mit Mark Donohue als Fahrer eines Lola T70 Mk.III Chassis mit einem Chevrolet-Motor.
Zahlreiche Siege und Meisterschaften folgten, einschließlich des ersten Rennsieges bei Champ Car (1970); Penskes ersten Sieg bei der Indy 500 (1972); seinem ersten NASCAR-Sieg (1973); einem einzigen Formel 1 Sieg (John Watson, Österreich, 1976); sechs Champ Car Siege in sieben Jahren (1977-83); 12 Champ Car Gewinne von 16 Rennantritten, plus dem Titel 1994; einem Sieg beim 100. Champ Car Rennen (Gil de Ferran, Nazareth, 2000) und einer IRL-Meisterschaft (Sam Hornish Jr., 2006).