“Es war richtig gut, sich persönlich mit unseren europäischen Zulieferern zu treffen. Wir haben so die Möglichkeit, diese Beziehungen weiterzuentwickeln und so unsere Geschäfte zu verbessern.” Andrew Morrison, technischer Einkäufer, Red Bull Technology, Großbritannien
“Wir treffen hier auf viele Leute, und man findet alle unter einem Dach. Ich denke, dass dies die beste und auch die wichtigste Messe für unserer Branche ist.” Vic Locke, Einkäufer für V8 & KERS-Projekte, Mercedes AMG High Performance Powertrains
Die aktuellen Ergebnisse eines laufenden Forschungsprogramms im Bereich Betriebssicherheit von World Rally Fahrzeugen wurden bei der WRC 2008 umgesetzt. Unter der Leitung von WRC-Projektleiter Andy Mellor hat das FIA Institute mit den Teams zusammengearbeitet, um eine Reihe von Verbesserungen im Bereich Sicherheit zu erreichen.
Zunächst haben alle Fahrer und Beifahrer einen Abstand von
200 mm zwischen ihren Sitzen und der Wagentür – genug, um ihr Leben bei einem direkten Seitenaufprall bei 60 km/h gegen einen Festkörper zu retten. Das entspricht einem Sprung aus 15 m Höhe oder einem Einschlag mit einer Beschleunigungskraft von 100 g . Der Spalt zwischen Sitz und Tür ist mit
Energie-absorbierenden Schaumstoff ausgefüllt.
Die zweite Sicherheitsmaßnahme befasst sich mit den Sitzen. Für 2009 sind für alle WRC-Fahrzeuge neue Sitztypen vorgeschrieben. Die neuen Sitze sind solider (und etwas schwerer) als die vorigen Modelle und wurden speziell für den Becken-, Brust-, Kopf-und Schulterschutz konzipiert. Entscheidend hierbei ist, dass im Falle eines Aufpralls die Belastung gleichmäßig auf den Körper des Insassen verteilt wird.
Zusätzlich zum neuen Sitz hat die FIA genau definierte Befestigungspunkte und Vorschriften für den Einbau der Sitzschienen in den Fahrzeugboden festgelegt. Die Positionierung der Sitzgurtverankerungen wurde ebenfalls einer Prüfung unterzogen, wobei es Vorschriftsänderungen gab, um sicherzustellen, dass sie im Ernstfall so schnell wie möglich blockieren.
Nominierungen
• Alpina Sicherheitssysteme - F1 Safety System Barrier
• FIA Institute - WRC safety improvements
• HANS Performance Products - Vision Advantage Plus
• Huntsman Advanced Materials - HFC: Highly Flexible Composite
Der von Jacobs Technology gebaute und im Sommer 2008 eröffnete Rollenprüfstand-Windkanal von Windshear (bis zu 290 km/h) ist der erste seiner Art in Nordamerika und erst der dritte Rollenprüfstand-Windkanal dieser Größenordnung weltweit. Zudem ist es der weltweit erste gewerblich erhältliche Rollenprüfstand-Windkanal seiner Art in Originalgröße.
Windshear hat ihren Hauptsitz in Concord, North Carolina - eine ideale Lage für NASCAR Teams. Es steht zudem jeden Motorsport-Team und Auto-Hersteller mietweise zur Verfügung und bietet Serviceleistungen, die vor kurzer Zeit nur Spitzenteams der Formel 1 vorbehalten waren. Der Windkanal bietet Platz für Original-Rennfahrzeuge und sorgt für konstante Windgeschwindigkeiten bis zu 290km/h – eine Geschwindigkeit, die in weniger als einer Minute realisiert werden kann. Der High-Tech Rollenprüfstand von der Firma MTS ist 3,2 m breit und neun Meter lang. Die „Straße“ besteht aus einem umlaufenden, nur 1 mm dicken Edelstahlband und wurde für 5.000 Betriebsstunden konzipiert. Während der Tests messen die Sensoren im Stahlband den aerodynamischen Anpressdruck jedes Rades.
Gewinner: Energierückgewinnung aus Abwärme - Heat2power
Heat2power, ein Unternehmen für Antriebsinnovationen mit Sitz in Paris, Frankreich, entwickelt und kommerzialisiert Technologien zur Rückgewinnung von Abwärme. Die Ziele sind Kraftstoffeinsparungen und die Reduzierung von CO2 –Emissionen bei den Autos, LKW, Schiffen und Stromerzeugern von morgen.
Mit ihrem Wissen über die Automobilindustrie haben die Firmengründer die Kraftflüsse in und um den Verbrennungsmotor herum analysiert, um Wege zur Steigerung seiner Effizienz zu finden. So kamen sie auf die Wiederverwendung der Abwärme, insbesondere des Auspuffs, da diese hohen Temperaturen das beste Regenerationspotenzial bieten.
Sie untersuchten mehr als 40 Technologien und fanden keine einzige Technologie, die perfekt für die Anwendung in massenproduzierten Fahrzeugen geeignet war. Heat2power hat deshalb eine neue Variante des alten Heißluftmotor-Konzepts entwickelt, das schließlichgeringen Kostenaufwand, Einfachheit, leichte Bedienung, Wartungsfreundlichkeit, Robustheit, gute Regelbarkeit, hohe Regenerations-Effizienz und eine hohe Leistungskonstante miteinander kombiniert, ohne Flüssigkeiten in das Fahrzeug hinzugeben zu müssen.
Angewandt an Fahrzeugantrieben, ermöglicht dieses Konzept Kraftstoffeinsparungen, aber auch mehr Leistung, ohne den Spritverbrauch zu erhöhen. Diese Kombination an Eigenschaften macht es ebenfalls interessant für die Anwendung bei Rennfahrzeugen. Neben der Energierückgewinnung ist das Langstreckenrennen ein angestrebtes Ziel.
Heat2power hat für seine Entwicklung zwei Partner ausgewählt: Solution F in Südfrankreich wegen seiner Fachkenntnisse in Design, Herstellung und Überprüfung von Motoren und ACTE in Belgien wegen seiner hochmodernen Wärmetauscher. Ein gemeinsames Entwicklungsprogramm begann bereits 2008. Der erste von Heat2power ausgestattete Motor soll im Januar 2009 funktionstüchtig sein.
Nominierungen
• Heat2power - Waste heat regeneration
• KillaCycle
• Mitsubishi Dakar Team - Diesel V6
• Subaru World Rally Team / Xtrac - Impreza WRC2008 gearbox
Der unverkennbare X-Bow Race ist der erste Rennwagen des österreichischen Motorradspezialisten KTM, der im Bereich des Motorradrennens bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Dieses Modell, das eng mit dem Standard X-Bow - dem ersten auf der Straße zugelassenen Autto des Unternehmens – verwandt ist, wurde in seiner Rennausführung für Privatkunden zur Teilnahme an GT-Rennen entwickelt.
Im Jahre 2008 absolvierte der X-Bow Race eine Entwicklungssaison im GT4 European Cup. Die von Reiter Engineering betriebenen orange/schwarz lackierten Rennwagen, die um einen FIA-zertifizierten Kohlenstofffaser-Schalenrumpf gebaut sind, räumten in der Kategorie Sports Light (die ab 2009 in Super Sport umbenannt wurde) auf und belegten die ersten drei Plätze. Ein X-Bow erreichte bei der Qualifikation eines Rennens sogar die Pole-Position, vor den leistungsstärkeren GT4 Sportwagen, und erreichte in der Gesamtwertung einen Podiumsplatz nach einem Regen-Rennen in Monza.
Die Rennsaison wurde durch weitere Entwicklungsarbeiten im Windkanal und anderenorts von KTM und seinem Partner, Dallara, unterstützt, um für den letzten Feinschliff des X-Bow Race vor der Auslieferung an den ersten Kunden im Januar 2009 zu sorgen. Die mit Audi-Motoren ausgestatteten Fahrzeuge werden mit einem kompletten Kundenbetreuungspaket unterstützt.
Für viele bildete der bei Flutlicht absolvierte Große Preis von Singapur – das erste Nachtrennen der Formel 1 überhaupt – den Höhepunkt der Formel 1 Saison 2008. Beleuchtungs- Berater Valerio Maioli S.p.A stellte dazu eine Konstruktion aus 1.485 Lichtprojektoren mit je 2.000Watt und 108 km Stromkabel um die aus 23 Kurven bestehende Strecke (5,067km) herum aufund sorgte für damit für ein unvergessliches Erlebnis.
Die Strecke führte vorbei an den Sehenswürdigkeiten der Stadt, kreuzte dann den Singapore River auf der Anderson Bridge (1909 für die Überquerung mit Ochsenkarren erbaut), während die Rennwagen zwischen der sechsten und siebenten Kurve mit einer Geschwindigkeit bis zu 298km/h auf dem Raffles Boulevard erreichten. Mehr als 100.000 Zuschauer beobachteten das Geschehen am ausverkauften Streckenrand, während ca. 30 Millionen Zuschauer der fünf wichtigsten europäischen Märkte - Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien- die Live-Übertragung im Fernsehen verfolgten.
Jury-Mitglied und Motorsport-Journalist, David Tremayne, sagte: „Das erste Nachtrennen der Formel-1-Geschichte in einer der belebtesten Städte des Fernen Ostens in einer so erstaunlich kurzen Zeit zu bewältigen, war eine herausragende Leistung der Veranstalter des Grand Prix in Singapur. Dass sie die Formel 1 so schnell „hinbekommen haben“ und dabei noch so eine brillante, technologisch anspruchsvolle Veranstaltung inszeniert haben, krönte den Erfolg noch zusätzlich.
Nominierungen
• Singapore Circuit
• Sturup Raceway / Pi Research - Datalogging Academy
• Toyota Racing Development - Chassis Engineering Building
• Valencia Street Circuit
Der Peugeot 908 HDi FAP, der bereits in seiner Debütsaison 2007 Sieger bei einem Rennen der Le Mans Serie war sowie zu den auf der PMW Expo ausgezeichneten Fahrzeugen gehört, hat sich im Jahre 2008 zum weltweiten schnellsten LMP-Wagen entwickelt. Leider konnte das Team weder den Sieg in der Meisterschaft erzielen, noch auf dem obersten Podiumtreppchen in Le Mans stehen – nach seiner Rückkehr an seine Basis in Vélizy, Frankreich, hatte das vom technischen Leiter Bruno Famin geführte Techniker-Team jedoch bereits die Saison 2009 und die weitere Zukunft im Auge.
Der in Silverstone im September vorgestellte 908HY wird bei seinem Start im Jahre 2009 der weltweit erste LMP-Rennwagen mit Diesel-Elektro-Hybridantrieb sein. Die drei Hauptkomponenten des 908HY KERS sind ein 60kW getriebegesteuerter elektrischer Motorgenerator, der den herkömmlichen Anlasser ersetzt, 600 Lithium-Ion-Zellen, die in 10 Batteriesätze aufgeteilt sind (sechs im Cockpit an Stelle der normalen Batterie und vier auf der linken Seite des Fahrzeugbodens) und ein Stromrichter (im hinteren Teil des vorderen linken Flügels), der den Energiefluss zwischen Batterie und Motorgenerator kontrolliert.
Der 908HY wird nach den ACO-Richtlinien am Le Mans Rennen im nächsten Jahr teilnehmen, jedoch nicht gewertetwerden. Solche Testrennen stellen perfekte Möglichkeiten für Famin und seine Kollegen dar, um diesen eindrucksvollen Rennwagen für den Wettbewerb 2010 weiter zu verfeinern.
Nominierungen
• Bruno Famin - Peugeot Sport
• Marcos Lameirao - Ginetta Cars
• Adrian Newey - Red Bull Racing
• John Travis - A1 Grand Prix
Zu Beginn der Formel 1 Saison 2008 sagten die meisten Beobachter einen Titelkampf zwischen McLaren und Ferrari voraus. Einige gingen davon aus, dass BMW-Sauber und Renault auch ein Wörtchen beim Kampf um den Titel mitzureden haben würden. Niemand erwartete jedoch, dass Scuderia Toro Rosso, ehemals unter dem Namen Minardi bekannt, nicht nur einen Grand Prix gewinnen, sondern auch bis zum Ende der Rennsaison ein Kontrahent in der vordersten Reihe sein würde.
In enger Zusammenarbeit mit Toro Rosso Geschäftsteilhaber und technischen Direktor, Gerhard Berger, führte der Teamchef Franz Tost das Team an die Spitze des Feldes.
“Ich war erstaunt, von dieser Auszeichnung zu hören,” sagte Tost. “Ich arbeite bei der Formel 1, wo es, wie in allen Sportarten, vor allem um das Gewinnen und die Meisterschaft geht. 2008 gewann Scuderia Toro Rosso einen Grand Prix. Das heißt jedoch, dass wir folglich 17 Grand Prix verloren und auch keine Meisterschaft gewonnen haben.
Doch die Formel 1 ist ein Teamsport und ich stimme zu, dass Scuderia Toro Rosso insgesamt gute Arbeit in dieser Saison geleistet hat. Es gab über das Jahr hinweg stetige Verbesserungen und letztendlich ein Ergebnis, dass sehr viel besser war als das der ersten zwei Jahre im Wettkampf der FIA Formel 1 Weltmeisterschaft. In diesem Jahr haben wir ganze 39 Punkte erzielt, im Vergleich zu einem Punkt 2006 und acht Punkten 2007.
„Obwohl ich nicht der Meinung bin, dass ich persönlich eine besondere Anerkennung verdiene, so nehme ich diese prestigeträchtige Auszeichnung gern im Namen all derer entgegen, die für Scuderia Toro Rosso arbeiten – als Ansporn dafür, in der Zukunft noch bessere Leistungen zu erbringen.”
Nominierungen
• Chip Ganassi - Chip Ganassi Racing
• J.D. Gibbs - Joe Gibbs Racing
• Olivier Quesnel - Citroën Sport
• Franz Tost - Scuderia Toro Rosso