Dank der Entscheidungsfindung von Ross Brawn und seinen Designern, bei der einfach alles stimmte, konzentrierte sich das Entwicklungsprogramm, das im Brawn BGP 001 mündete, zurecht in erster Linie auf die aerodynamische Leistung und weniger auf die Rückgewinnung kinetischer Energie (KERS). Den ganzen Winter hindurch, als die Zukunft des früheren Honda-Teams alles andere als rosig aussah, waren sich die Designer des Teams schon darüber bewusst, dass der Wagen, den sie gerade entwickelten, das Potenzial zum hatte. Wie gut das ursprüngliche Design tatsächlich war, zeigte sich an einer Tatsache: Um den Mercedes-Benz-Motor unterzubringen, musste sehr kurzfristig das Heck des Wagens umgebaut werden. Die Folgen waren eine ungünstige Gewichtsverteilung und weniger Platz fürs Getriebe. Trotzdem war der Wagen in den ersten sechs Rennen 2009 viel schneller als sämtliche Mitbewerber und war noch beim vorletzten Rennen an der Pole-Position.
Beim Wagen des nächsten Jahres müssen keine Kompromisse gemacht werden, also könnte er sogar noch schneller sein! „Brawn brachte einen neuen Formel 1-Wagen in eine neue Ära der Formel 1 und übertraf sich selbst“, so Jurymitglied Mark Raffauf, Geschäftsführer des Grand-Am-Wettbewerbs. „Dies ist ein außergewöhnlicher Erfolg, wie er im Spitzenbereich des Motorsports selten vorkommt. Obwohl andere mit der Zeit aufholten, sicherte sich Brawn doch eine Führungsposition während der gesamten Rennsaison.“
Das F1-Einweisungsystem, das von EM Motorsport für den Einsatz bei der FIA entwickelt wurde, ist heute Bestandteil der technischen Richtlinien der Formel 1. Das System, das von der Rennleitung gesteuert wird, kommuniziert direkt mit jedem Wagen auf der Strecke, einschließlich der Sicherheits- und Sanitätsfahrzeuge. Darüber hinaus sorgen die 20 elektronischen Einweisungsleuchten an jeder Strecke für zusätzliche Sicherheit.
„Wir sind sehr zufrieden mit dem EM Motorsport F1 Marshalling System (F1MS), das bei uns seit Anfang 2007 bei allen Formel 1-Rennen im Einsatz ist“, so Charlie Whiting, der Formel 1-Renndirektor der FIA. „Die FIA unterstützte finanziell die ursprüngliche Entwicklung des Systems und hilft EM Motorsport seitdem, die Spezifizierung zu verfeinern, um die anfänglich gesetzten Ziele vollständig erreichen zu können. Die FIA setzt sich seit jeher dafür ein, die Sicherheit im Motorsport zu verbessern und das F1MS gibt uns ein ungemein wertvolles Werkzeug zur Hand, das jederzeit einen guten Überblick über das Geschehen auf der Rennstrecke liefert. Dies hatte verschiedene sichtbare Vorteile. Weitere Funktionen des Systems, nämlich die elektronischen Flaggensignale und die Safety Car-Paneele, bieten den Fahrern zusätzliche Sicherheit.“
EM Motorsport entwickelt jetzt eine Version für den Einsatz außerhalb der Formel 1 unter dem Namen Circuit Marshalling System, das an jeder Rennstrecke einfach und dauerhaft installiert werden kann.
„Effektives Management der Aktivitäten auf der Strecke und der Fähigkeit, den Teilnehmern und Veranstaltern nachhaltig bessere Informationen in Echtzeit zu liefern, sind bedeutende Schritte auf dem Weg zur höheren Sicherheit im Rennsport und zu einem besseren Unterhaltungswert“, so Jurymitglied Mark Raffauf. „Diese Entwicklungen werden Rennstrecken auf der ganzen Welt dabei helfen, bei ihren gesamten Betriebsabläufen stets die gleichen Bedingungen und Beständigkeit zu gewährleisten.“
Jurymitglied Gary Anderson stimmte zu: „Wie oft haben wir gehört: ‚Ich habe die Flaggen gar nicht gesehen‘?“ „Auf jeden Fall sind diese Zeiten heute lange vorbei.“
Diese neue 4,7 km lange Rennstrecke in Portugal war im letzten Winter der Veranstaltungsort für Testfahrten von McLaren, Williams, Red Bull, BMW Sauber und Ferrari. Die Strecke ist auch sehr beliebt bei den Testmannschaften aus der Formel 1 und Rennteilnehmern der FIA GT, GP2 und der Le Mans-Serie (LMS), die hier 2009 gefahren sind. Die Anlage in der Nähe von Portimao hat interessante Ausstattung zu bieten wie das drahtlose Warnleuchtensystem von Inis Motorsport. Diese Leuchten sind an 27 Flaggenposten am Streckenrand montiert. So kann ein Sechs-Stunden-Rennen der Le Mans-Serie bei Tageslicht beginnen und in die Nacht hinein andauern, ohne dass ein Safety-Car-Einsatz nötig war. Jurymitglied und freiberuflicher Motorsportjournalist David Tremayne war beeindruckt: „Das Autodromo do Algarve ist der Beweis, dass neue Rennstrecken ein aufregendes und spektakuläres Fahrerlebnis bieten und gleichzeitig sämtliche neuen technischen Entwicklungen nutzen können, um den Sport in ganz Europa noch beliebter zu machen.“
Gary Anderson, vormals technischer Leiter bei der Formel 1 und heute Fachanalyst bei Setanta Ireland, fügte hinzu: „Die Anlage in der Algarve ist eine Rennstrecke im neuen Stil mit einem der besten Gestaltungskonzepte. Das abwechslungsreiche Gelände und die anspruchsvollen Kurven bieten extreme Herausforderungen für sowohl den Fahrer als auch den Techniker. Wenn sie mit ihrem Wagen in einer guten Zeit diese Strecke umrunden, sind sie für die Saison gerüstet.“
Zytek arbeitet seit 2007 mit Mercedes High Performance Engines zusammen, um den Motor und die Leistungselektronik für ein Hybrid-Antriebssystem zum Einsatz in der Formel 1 zu entwickeln. Dabei müssen grundlegende Herausforderungen bewältigt werden. So muss beim Design der Baugruppen darauf geachtet werden, dass diese den schwierigen thermalen und mechanischen Bedingungen bei einer der weltweit schwersten Rennserien standhalten können. Diese Untersysteme müssen besonders leicht sein und sollen in ein System integriert werden, das weder die Aerodynamik noch die Fahreigenschaften des Wagens beeinflusst. Diese intensive Entwicklung bewährte sich in der Praxis, als Lewis Hamilton im Juli 2009 beim Großen Preis von Ungarn in einem McLaren mit integriertem Mercedes HPE-System als Erster über die Ziellinie fuhr.
Dieser Erfolg zeigte sich auch in der ALMS-Serie, für die Zytek in Zusammenarbeit mit Continental, die das Lithium-Batterie-Paket beisteuert, einen Hybridantrieb entwickelte. Corsa Motorsports stand dank seines Wagens, Ginetta-Zytek GZ09HS LMP1, in Lime Rock (USA) auf dem Siegertreppchen.
„Die Umsetzung des Konzepts der Rückgewinnung kinetischer Energie in Erfolge auf der Rennstrecke war ein wichtiger Durchbruch und Zytek trug entscheidend dazu bei“, so Jurymitglied und freiberuflicher Autor zum Thema Motorsport-Technologie, Charles Armstrong-Wilson.
Graham Heeps, Herausgeber der Fachzeitschrift Professional MotorSport World und Vorsitzender der Expertenjury, stimmte zu: „Man kann noch nicht sagen, in welchem Umfang KERS in anderen Bereichen des Motorsports eingesetzt wird, aber von der Pionierarbeit von Unternehmen wie Zytek, das auch eine große Erfahrung mit Hybrid-Technologie bei normalen Autos besitzt, wird jeder , der in diese Entwicklung einsteigt, profitieren.“
Das Siegersystem ist eine Weiterentwicklung vom bewährten DigiTyre TPMS des BERU f1systems, mit der spektakulären Integration eines Infrarot-Elements im Radsensor. Dieses kontrolliert das Innere des Reifenunterbaus und ermöglicht die akkurate Messung seiner Temperatur, was zum Verständnis des Reifenverhaltens und den Einfluss auf die Fahrdynamik des Wagens unabdingbar ist. Die Jury war von diesem innovativen Design sehr beeindruckt. Wie Jurymitglied Charles Armstrong-Wilson richtig sagte: „Jedes einzelne System eines Rennwagens dient einem einzigen Zweck: das Beste aus dem Reifen herauszuholen. Jede Technologie, die Technikern zu einem besseren Verständnis dieser hochwichtigen Komponenten verhilft, ist ein wertvolles Werkzeug und genau das hat BERU f1systems auf den Markt gebracht.“
Jurymitglied und Experte für die Fahrdynamik bei Rennwagen, Jonas Jarlmark, kommentierte: „Diese Entwicklung konzentriert sich auf eines der Hauptthemen der Fahrzeugdynamik – das Verhalten des Reifenunterbaus. Mit diesem System erfolgen die Messergebnisse von der Aktion des Fahrers und der Streckenoberfläche auf den Reifen schneller und erlauben eine genauere und verlässlichere Analyse der Daten.
Bei der Entgegennahme des Preises sagte der Geschäftsführer von BERU f1systems John Bailey: „Der PMW Expo Testing Technology of the Year Award ist in unserer Branche sehr angesehen. Für uns ist die Verleihung des Preises von einer derart hochkarätigen Jury ein extrem stolzer Moment für alle im Programm Beteiligten.“
Ross Brawn kann auf eine lange Erfahrung als Entwicklungsleiter von Rennwagen zurückblicken, die bei Meisterschaften Siege einfuhren. Ob an den Sportwagen von Jaguar, oder bei Benetton, Ferrari und Brawn F1 in der Formel 1. Die Aerodynamik-Richtlinien wurden für 2009 komplett neu geschrieben; es überrascht kaum, dass die technischen Teams unter der Leitung von zwei der erfahrensten Konstruktionsingenieure der Formel 1 – Brawn selbst und Adrian Newey von Red Bull – diese am geschicktesten umsetzten. Im Falle von Brawn war diese Leistung sogar noch bemerkenswerter, wenn man die schwierigen Umstände bedenkt. Er arbeitete mit einem technischen Team, das in den beiden vergangenen Jahren Wagen mit eher bescheidener Leistung produziert hatte und dennoch gelang es ihm, seinen Mitarbeitern die notwendige Führung und das Vertrauen zu geben, um den besten Wagen der Formel 1 zu konstruieren.
Für die Jury war Brawn die eindeutig beste Wahl für diesen Preis: „Wenn Ihr Wagen schon auf dem Zeichenbrett unschlagbar ist, sind Sie ganz offensichtlich die theoretischen Kompromisse eingegangen und haben die möglichen Schlupflöcher in den Richtlinien besser als jeder andere erkannt“, so Jurymitglied Jonas Jarlmark, Technischer Leiter bei STCC squad, Team biogas.se und Renningenieur bei SEAT Sport. „Viele dieser Entscheidungen werden vom leitenden Konstruktionsingenieur getroffen, auch wenn die Entwicklung des Wagens ein Erfolg des ganzen Teams ist. Die richtigen Entscheidungen zu treffen und das gesamte Team auch unter höchst unsicheren finanziellen Umständen zu motivieren, war eine große Leistung von Ross Brawn. Beim Start der Rennsaison hatte man sogar den Eindruck, Brawn habe bei der Entwicklung des Wagens ein Jahr Vorsprung gehabt!“
Zum ersten Mal in der Geschichte der PMW Expo Awards wurde dieselbe Person in der Kategorie ‚Bester Team-Chef des Jahres‘ und ‚Bester Design-Ingenieur des Jahres‘ ausgezeichnet. Eine Überraschung ist es jedoch nicht, da Ross Brawn bei der Leitung seines eigenen Teams dieselbe Professionalität und dasselbe Fingerspitzengefühl an den Tag legt wie seit Jahren als technischer Experte. Nach Hondas Entscheidung im Dezember 2008, sich aus der Formel 1 zurückzuziehen, hatte Brawn die wenig beneidenswerte Aufgabe, den Teamgeist aufrecht zu erhalten und bei der Gestaltung des späteren Meisterschaftswagens stets das Ziel im Auge zu behalten. Gleichzeitig galt es, die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Als die Rennsaison einmal begonnen hatte, trugen seine Fähigkeiten als Rennstratege, die er in seiner Zeit bei Ferrari schon bewiesen hatte, zum Erreichen zahlreicher Rennsiege seiner beiden Fahrer bei.
Die Preis-Jury konnte in ihrem Lob nicht einstimmiger sein: „Er erfüllte taktische und strategische Ziele, indem er einerseits Honda als Investor gewann und andererseits durch die gezielte Nutzung technischer Ressourcen die Richtlinien höchst geschickt umsetzte“, so Wolfgang Sievernich, Herausgeber der Zeitschrift motorsport-guide.
„Als Mensch, als erfahrener Ingenieur und natürlich in seiner Funktion als Retter des Ex-Honda-Teams, hat er mit seiner Vision meinen höchsten Respekt verdient“, fügte Roland Schedel hinzu, Chefredakteur der ATZ Auto Technology.
Und Alan Wilson, Geschäftsführer von Wilson Sahara Inc und selbst früherer Gewinner bei den PMW Awards, kommentierte: „ Diese Auszeichnung spiegelt Ross Brawns Führungsqualitäten wider, dank derer er enorme Schwierigkeiten überwunden hat und auch unter enormem Wettbewerbsdruck nie sein Ziel aus den Augen verlor. Darüber hinaus bewies er 2009, wie sehr er sich seinen guten Ruf verdient hatte, den er sich u.a. als Experte bei Benetton und Ferrari erarbeitet hatte. Dank all dieser Leistungen ist er heute einer der Großen in der gesamten Geschichte der Formel 1.
Laden Sie das Profil Ihres Fahrers oder Ihres Teams auf www.ProfessionalMotorsport-SponsorNet.com hoch und Hunderttausende von möglichen Sponsoren können sie sehen!