13., 14., 15. November 2019
Halle 10.1, Koelnmesse, Deutschland

2018 Messebericht

Die Koelnmesse war erneut Gastgeber der Professional MotorSport World Expo. Während der dreitägigen Veranstaltung vom 7. bis 9. November 2018 wurden mehr als 4.000 Besucher begrüßt. Bei der 13. Auflage der Messe präsentierten über 230 Aussteller ihre neuesten Entwicklungen, darunter eine Reihe hochinteressanter und innovativer neuer Technologien.

Zu den Höhepunkten der PMW Expo 2018 gehörte die Vorstellung der neuen, nach FIA 8862-2009 zertifizierten Rennsitze von Motordrive in den Vier- und Sechs-Punkt-Varianten. Die Carbonschalen der in Großbritannien gefertigten Sitze haben ein Gewicht von 7,9 kg und sind rück- und bodenseitig montiert, wodurch größte Sicherheit und optimales Feedback des Fahrzeugs gewährleistet werden.

Cosworth präsentierte bei der PMW Expo 2018 seine neueste ECU. „Mit der Antares 8 haben wir das Loggingsystem unserer anspruchsvollsten CLU mit der 8-Zylinder-GDI-/PFI-Fähigkeit der MQ12Di kombiniert und weiterentwickelt“, erklärte Joe Dix, Senior Key Account Manager bei Cosworth. „Es ist im Gespräch, das Antares System für eine volle Serieneinführung anzubieten, aber Antares ist wirklich für eine Vielzahl von Anwendungen geeignet.“

Bosch Motorsport gewährte einen ersten Blick auf sein neuestes Fahrzeugsteuergerät. Das Steuergerät bietet eine 100-kHz-Loggingfunktion und Echtzeit-Ethernet für den Datenaustausch zwischen Geräten und wird in Saison 5 der Formel-E-Meisterschaft zum Einsatz kommen.

Ricardo berichtete im Detail über Pläne zum Ausbau der Prüfeinrichtungen für Hochleistungsgetriebe in seinem Midlands Technical Centre in Leamington Spa. Die Prüfstände sollen 2019 fertiggestellt werden. Ihr erster Einsatz wird für eine Reihe von hochrangigen Kunden aus der Formel E erfolgen, die für die fünfte Saison Getriebe von Ricardo gewählt haben.

ZF nutzte die Gelegenheit, um sein neues TCR-Fahrwerk zu besprechen. Das bereits für die TCR-Versionen des SEAT León, Audi RS3 und VW Golf homologierte Fahrwerkssystem aus hochfestem Aluminium überzeugt durch eine leichte und biegesteife Konstruktion. „Unser neuestes Fahrwerksprodukt ZF Race TCR Suspension ist so beliebt, dass es bereits ausverkauft ist“, erzählte Olivier Lardon, ein Mitarbeiter des Fahrwerktechnologieteams von ZF.

Racetech berichtete Neues zu seinem aktuellen Sitzangebot der Einstiegsklasse. „Wir arbeiten gerade an der FIA-Zulassung, daher rechnen wir damit, dass die neuen Sitze im Februar eingeführt werden“, erklärt David Phillips, der nationale Vertriebsleiter von Racetech. „Die Tests sind wahrscheinlich Ende Januar abgeschlossen und dann müssen wir der FIA nur noch die Ergebnisse präsentieren.“

Auch beim südafrikanischen Bremsenhersteller Powerbrake gab es interessante Neuigkeiten. Das Bremsenkit-Sortiment der X-Line wurde um eine Scheibe mit 380 x 34 mm erweitert. Nun bietet das Unternehmen Scheiben mit Durchmessern von 325 mm bis 380 mm an.

Über die drei Tage fand ein kostenloses Workshop-Programm statt. Insgesamt 30 Referenten teilten ihr Expertenwissen zu einer Reihe von Themen, darunter Datenanalyse, aerodynamische Optimierung, Fahrzeugabstimmung und Fahrwerkskonstruktion.

Es wurden Vorträge auf Deutsch und Englisch angeboten. Zu den Höhepunkten am ersten Tag gehörte ein Workshop, in dem Nico Verdonck, der frühere VLN-Rundenrekordhalter am Nürburgring, verriet, wie man die schnellstmögliche Zeit auf der deutschen Strecke erzielt. Auch die Tipps von Ralph Puetz, CEO bei Belicon Motorsport, zur Verbesserung der aerodynamischen Optimierung fanden großen Anklang.

Am zweiten Tag des Workshop-Programms sprachen Martin Flick, Leiter Motorsport bei thyssenkrupp Bilstein, und Christian Moldenhauer, Entwicklungsingenieur beim Unternehmen, über Dämpfertechnologie. Besonderes Augenmerk galt dabei Lastschwankungen an der Aufstandsfläche. Auf der englischsprachigen Bühne erläuterte Jonas Jarlmark Näfver, FuE-Manager für Automobiltechnik bei Öhlins Racing, wie man Shaker-Analysen mit den Ergebnissen auf der Rennstrecke verknüpfen kann.

Auch am letzten Tag der Messe wurden zahlreiche interessante Workshops angeboten. Thomas Rechenberg, Motorsportdirektor bei KW automotive, sprach über die Leistungsoptimierung bei Kunden-Rennwagen. Hervé Dechipre, CFD-Ingenieur Aerodynamik bei Volkswagen Motorsport, gab detaillierte Einblicke in die Entwicklung des ID R Pikes Peak und alle damit zusammenhängenden Herausforderungen.

Professional MotorSport World Expo Awards

Bei den PMW Awards 2018 erhielt Jonathan Palmer, Vorstandsvorsitzender der MSV Group, den Preis für einen herausragenden Beitrag zum Motorsport. Damit wurde seine Arbeit an den Rennstrecken Donington Park, Brands Hatch, Cadwell Park, Oulton Park und Snetterton honoriert.

Donington Park, im Besitz der MSV Group, wurde zudem als beste Rennstrecke des Jahres ausgezeichnet. Nach Investition von mehreren Millionen Pfund kann die britische Rennstrecke im Fahrerlager 3 nun erstmals einen harten Fahrbahnbelag sowie eine Strom- und Wasserversorgung vorweisen. Außerdem wurde die Strecke vor Kurzem mit größeren, moderneren Toilettenblöcken ausgestattet, die neben höherer Kapazität auch Wickelräume und behindertengerechte Zugänge bieten.

Da die PMW Expo besonders für das breite Spektrum der gezeigten Technologien bekannt ist, wurde der Preis für die beste Motorsporttechnologie des Jahres mit großer Spannung erwartet. Integral Powertrain erhielt den Titel für seinen Inverter und Motor, die im rekordbrechenden Volkswagen ID R Pikes Peak Challenger eingesetzt werden.

Bester internationaler Rennwagen des Jahres 2018 wurde der M4 GT4 von BMW Motorsport. Beim Design des Wagens standen maximale Laufleistung, Kosteneffizienz und Wartungsfreundlichkeit im Vordergrund. Dadurch entstand ein zuverlässiges GT4-Auto, in dem die gesammelte Kompetenz von BMW Motorsport zum Tragen kommt.

Die Auszeichnung für das beste europäische Rennserienteam des Jahres ging an das BTCC West Surrey Racing Team BMW. Am letzten Tag der Dunlop MSA British Touring Car Championship 2018 in Brands Hatch schrieben Colin Turkington und das Team BMW mit einem Dreifachsieg Geschichte.

Doch der begehrteste Preis ist vielleicht die Auszeichnung als bester britischer junger Rallyefahrer des Jahres. 2018 ging dieser Titel an Rob Cotton. Der junge Fahrer begann mit Quad-Racing, bevor er zum Rallyefahren wechselte und im Formula 1000 Rally Club mit einem Toyota iQ antrat, den er komplett umgebaut hatte.

Feedback von Besuchern und Ausstellern

Während der dreitägigen Messe zeigten sich Aussteller und Besucher gleichermaßen beeindruckt von der enormen Vielfalt der vertretenen Unternehmen und dem gezeigten Fachwissen.

„Die Professional MotorSport World Expo Awards und die Messe selbst sind in den 13 Jahren ihres Bestehens enorm gewachsen – dies ist die internationale Messe, die für die Branche wirklich wichtig ist“, meint Jonathan Palmer, Vorstandsvorsitzender der MSV Group. „Ich gratuliere Tony Robinson und seinem Team.“

Für Jürgen Klipfel, Teamchef bei Klipfel Racing, bietet die Professional MotorSport World Expo weiterhin die beste Sammlung von Technologien in der Motorsportbranche. „Ich komme jedes Jahr. Für mich persönlich ist dies die wichtigste Motorsportmesse der Welt. Es ist so nützlich, zu erfahren, welche neuen Technologien es gibt, die Teams verwenden können.“

Und die PMW Expo bleibt der Ort, an dem man Kontakte knüpfen und Geschäfte machen kann, wie Christoph Homik, VT-Ingenieur bei Herr, erklärt: „Ich kam auf der Suche nach Leichtbauprodukten. Die Messe ist hervorragend dafür geeignet, Lieferanten zu treffen, weil es immer etwas Neues gibt. Man weiß nie, was einen erwartet.“

Auch die Aussteller waren voller Lob. Für Joe Dix von Cosworth unterstreicht die diesjährige Messe die vielseitigen Möglichkeiten für Anbieter, bei der PMW Expo Handel zu treiben. „Sie bietet eine gute Mischung aus Einstiegsmarken im Bereich maßgeschneiderte Technologien und bekannten Namen wie Cosworth, Bosch, ZF und Ricardo. Die Besucher, die an unseren Stand kommen, bauen also vielleicht nur einziges Auto, bei dem es auf die Kosten ankommt, oder sind für den Einkauf von 500 Fahrzeugkits verantwortlich. Es ist eine gute Mischung.“

Für den regelmäßigen Besucher Dennis Haggblom von Haggblom Motorsport war die Messe ein idealer Ort, um mit bestehenden Lieferanten zu sprechen: „Ich habe ein eigenes Unternehmen und bin zum zweiten Mal in Folge bei der PMW EXPO. Die Messe ist eine gute Gelegenheit, potenzielle neue Lieferanten zu treffen, weil so viele Unternehmen an einem Ort zusammenkommen.“

Viktor Ferder, Performance Ingenieur bei Team BMW Schnitzer Motorsport, sieht die PMW Expo als ideale Gelegenheit, um neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Beziehungen zu pflegen. „Ich komme zur Expo, weil man hier die Möglichkeit hat, Lieferanten zu treffen. Daneben habe ich hier außerdem die Chance, persönlich mit Lieferanten zu sprechen, mit denen wir schon zusammenarbeiten.”

Die Professional MotorSport World Expo kehrt 2019 zur Koelnmesse in Deutschland zurück. Notieren Sie sich den 11. bis 13. November 2019 in Ihrem Terminkalender.

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Zukünftige Messe: Professional Motorsport World Expo 2020, 11-13 November 2020, Cologne, Deutschland (Vorläufig)